Ortsgeschichte

50 bis 250 n. Chr

bestand innerhalb der Wyhler Gemarkung eine keltoromanische Siedlung, die Vorgängerin von Wyhl. Nach 250 n. Chr. durch die Landnahme des Alemannenherzogs Ernst, Alemannische Siedlung. 1937 - 38 fand man ein Gräberfeld in heutigen oberen Dorf.

926 n. Chr. wird Wyhl als „villa Wila“ erstmals urkundlich genannt.
994 schenkt Kaiser Otto der III das Dorf sowie den Hardtwald dem adligen Frauenstift St. Margaretha zu Waldkirch.
1123 wird die Schenkung durch Kaiser Heinrich V bestätigt.
1188 wütete in Wyhl und Wellingen die Pest, der viele Menschen zum Opfer fielen.
1200 - 1890 bebaute man auf dem „hohen Rain“ Reben.
1200 wohl um die Mitte des 1200 Jh. wurde unter der Herrschaft des Klosters St. Margaretha zu Waldkirch die Wasserfeste Schafgießen, als Sitz des adligen Klostervogts „Walter Koler - Ritter von Wile“, erbaut.
1269 verkauft das Kloster Ettenheimmünster seinen Besitz an das Kloster Tennenbach.
1275 nennt eine Urkunde erstmals die Wyhler Pfarrkirche; sie soll jedoch schon vorher bestanden haben.
1292 setzte zu Lichtmess eine solche Kälte ein, dass man den Rhein mit Pferd und Karren überqueren konnte.
1295 machte ein Rheinarm den ganzen Bann Wyhl zu einer Hauptinsel und vielen Nebeninseln.
1302 am 01.09. brachte der Rhein eine solche Überschwemmung, dass der Kaiserstuhl eine Insel war, von der man mit dem Schiff nach Freiburg fahren konnte.
1324 Waldkirch versteigert eines seiner ältesten Besitztümer, den Hof zu Will an das Kloster St. Märgen. Der „Freyheitsbrief“ oder die „Privilegia“ Wyhl wurde abgefasst. Darin wurden die Rechte der Bauern und der Kirche gegenüber der Herrschaft festgelegt.
1343 wurde der Kaiserstuhl von einem heftigen Erdbeben heimgesucht.
1348 fordert die Pest große Opfer in Wyhl; viele Geschlechter sind ausgestorben.
1364 - 1368 hat Wyhl viel unter dem Oberrheinischen Städtekrieg zu leiden.
1375 musste Wellingen eine Personalunion mit Wyhl eingehen in der Person des jeweils zuwählenden Vogtes zu Wyhl. Wyhl wird vorderösterreichisch; das Kloster stellt sich und seineBesitztümer unter die Schirmherrschaft des Erzherzogs von Vorderösterreich.
1397 entscheiden die Lehensleute des Klosters St. Märgen, dass jedes Kind seinen Teil bekommen sollte, nach des Gotteshauses Recht.
1413 kommt Wyhl nebst Wellingen und der Feste Schafgießen als Vogtssitz durch Verpfändungfür 1100 Gulden zu Endingen. Diese Summe musste an jeden neuen Herrscher von Österreich neu entrichtet werden.
1422 eignet sich der Markgraf von Baden die Wasserfeste Schafgießen an.
1469 die höhere Gerichtsbarkeit (Blutgerichtsbarkeit) geht an Endingen.
1480 ein wolkenbruchartiger Regen verwüstet die Ernte und überschwemmt die ganze Gegend. Nur der Kaiserstuhl ragt wie eine Insel aus dieser Wasserwüste heraus; die Folge ist große Hungersnot.
1525 15.04. Bastian und Adam von Wyhl belagern mit anderen von Sasbach, Kiechlinsbergen, Amoltern, Weisweil, Kestenholz (Elsass) die Stadt Endingen, Limburg, Schafgießen, und den Tennenbacher Hof in Kiechlinsbergen. Juli - der Bauernaufstand wird niedergeschlagen. Die Bauern mussten eine Strafsteuer zahlen.
1532 Wyhl und Wellingen haben 31 Häuser von gemeinen Leuten ohne Lehenshöfe.
1544 verleiht Kaiser Karl Endingen erneut Rechte über Wyhl, Wellingen und Schafgießen.
1565 wurde im Talgericht zu Nordrach entschieden, dass alle lebenden Kinder zu gleichen Teilen erbberechtigt sind.
1590 Oktober - im Ensisheimer Vertrag werden die Rechte der Bauern von Wyhl gegen die Herren von Endingen sichergestellt.
1594 wird der „Freyheitsbrief“ erneuert.
1609 aus diesem Jahr stammt das älteste nachweisbare Gerichtssiegel mit Gemeindewappen – eines der ältesten Gemeindewappen in Baden (1904 geändert).
1613 wollten Wyhl und Wellingen sich der österreichischen Kammer unterstellen, dies wurde aber aus fiskalischen Gründen abgelehnt. Die Endinger Herren bekamen Weisung, milder zu reagieren.
1622 wird der alte Stubenhof errichtet; das Gebäude ist jetzt noch ein Schmuckstück für das Dorf.
1624 eine neue große Glocke wird eingeweiht, gegossen in Brunntrudt b. Basel.
1632 der 30 - jährige Krieg macht sich in Wyhl bemerkbar.
1632-1633 war im „Fehrenwert“ am „Römerbrunnen“ ein großes Schwedenlager, andere Völkerschaften folgten. Um diese Zeit wird auch die Feste Schafgießen zerstört.
1634 sind fast alle Bewohner auf die Rheininseln geflüchtet; ihre Wohnstätten werden in diesen Jahren oft zerstört. Die größten Feinde der Wyhler sind in jenen Jahren die Soldaten, die Wölfe, der Hunger und die Seuchen.
1648 leben nach dem westfälischen Frieden noch etwa 80 Familien mit rund 200 Kindern.
1650 ließ das Ortsgericht auf dem neu instandgesetzten Turm der Kirche eine Uhr anbringen, eine Sensation ersten Ranges.
1657 etwa wird von der Gemeinde der neue Stubenhof gebaut. Von 1656 an wird der alte Stubenhof als Schulhaus verwendet.
1670 am 17.10. bekommt der Stadtschreiber Ferdinand Frey für treu geleistete Dienste von der Stadt Endingen die „Mühle“ von Wyhl überschrieben. Endingen behält sich das Zugrecht vor.
Im 16. und 17. Jh. hatten folgende Klöster hier Besitztum: die Konstanzer das Widumgut, das Kloster Tennenbach den „Harderer Hof“. Die Deutschherren zu Freiburg, das Kloster St. Märgen, dieStadt Endingen, der Johanniter - Malteserorden in Heitersheim, das Frauenstift Wonnetal bei Kenzingen hatte sog. „Maierhöfe“. Außerdem best. noch etwa 70 große, kleine und kleinste Hofstätten. Ende des 17. Jh. zählt man in Wyhl wieder 500 Einwohner wie vor dem Kriege.
1704 verbrannten Kirche, Pfarrhaus und andere Häuser.
1712 am 14.07. lagerten in Wyhl 3000 französische Soldaten und richteten großen Schaden an. Am 18.09. zünden die „Breisacher Mordbrenner“ 40 Häuser an. Am 28.09 hielt die französische Armee eine Generalfouragierung ab, 200 Stück Großvieh wird ohne Entschädigung mitgenommen. 7000 Gulden Schaden entstehen dadurch dem Dorf.
1713 die Bewohner flüchten vor den Franzosen auf die Rheininseln.
1715 Vogt und 2 Fischer werden von den Kaiserlichen wegen Verweigerung von Abgaben nach Breisach gebracht. Pfarrer Abegg und Heimburge Bustätter erreichen wieder ihre Freilassung.
1717 - 1719 jetziges Pfarrhaus wird gebaut.
1723 Wyhl wollte sich direkt dem Hause Österreich unterstellen, wird aber von denselben nicht angenommen.
1733 erneute Flucht der Bewohner auf die Rheininseln und ins Elsass aufgrund des polnischen Erbfolgekrieges.
1736 die bisherige Pfandschaft Wyhl - Wellingen wird Erblehen von Endingen gegen einen Betrag von 11000 Gulden.
1736 -1737 mussten die Wyhler Fronfuhren bis nach Heidelberg machen.
1738 - 1739 der Rhein verlagert plötzlich seinen Lauf weiter nach Westen, dadurch geht der schönste Eichwald zugrunde (1000 Juchert). Gleichzeitig wird aber Wellinger Ackergelände von Überschwemmung frei.
1739 ein Teil der Wyhler Bürger lehnen sich unter Führung von Martin Busch gegen die Herrschaft der Stadt Endingen auf; es kommt zum „Wyhler Treppensturz“ bei dem die Wyhler Richter Stephan Oberst und Joseph Rueb misshandelt wurden.
1746 musste Wyhl auf Anordnung Österreichs 1300 Gulden für nicht geleistete Frondienste an Endingen zahlen.
1751 zerstört eine Feuersbrunst 88 Häuser. Für die Geschädigten wird in der ganzen Umgebung gesammelt. Die 63-jährige Anna Truttin wurde daraufhin als Hexe und Brandstifterin auf dem Endinger „Hochgericht“ beim „Judenbuck“ öffentlich verbrannt. Etwa 10000 - 12000 Menschen vom Kaiserstuhl und fast alle Wyhler wohnten der Hinrichtung bei.
1760 Grundsteinlegung der jetzigen Wyhler Pfarrkirche.
1784 wird der „Fron - Ablösungs - Kontrakt“ für Wyhl unterzeichnet.
1786 - 1788 wandern viele Bürger nach Ungarn und der Bukowina aus.
1796 mitten im reifen Getreidefeld schlugen die Franzosen (15000 Mann) ihr Lager auf, wüteten und plünderten grausam; 18000 Gulden Schaden.
1805 wird das Kloster St. Märgen aufgehoben, der Staat zieht die Güter an sich.
1806 kommt Wyhl zum Großherzogtum Baden.
1812 am 08.07. kauft sich Wyhl vom stark verschuldeten Endingen los, indem es die Lehensgüter, Wald, Mühle, Weidgang und die Feste Schafgießen für 40000 Gulden erwirbt. Der Wellinger Kirchturm wird abgebrochen.
1816 war eine Hochwasserkatastrophe; die ganzen Feldfrüchte sind verfault. Große Hungersnot.
1817 erste freiwillige Auswanderer nach Nordamerika.
1824 kauft sich Wyhl vom „Blutzehnten“ und vom „kleinen Zehnten“ los.
1827 wurde ein neues Schulgebäude errichtet; heutiges Rathaus.
1832 am 27.08. wählt Wyhl den bisherigen Vogt Johann Röttele zum 1. Bürgermeister nach Badischer Art.
1838 wurde der Zehnten abgelöst.
1839 - 1846 bewirkt die „Tulla´sche Rheinkorrektur“ eine Aufwärtsentwicklung in der Gemeinde.
1841 hatte Wyhl die Einwohnerzahl von 1631 Seelen.
1842 arme Familien wurden zur Auswanderung gezwungen. Heute noch besteht eine deutschsprachige Siedlung in Tovar - Venezuela - aus dieser Zeit. Die Gemeinde richtet auf Behördliche Weisung einen Briefladen ein.
1847 vom Pfarrer und der Gemeinde wird für die Armen eine Suppenanstalt eingerichtet.
1848 der Rat beschloss den Ruhwald auszustocken. Das Gelände sollte dem Bürger zugeteilt werden (heutiges Allmendfeld). Der Erlös vom Holz muss dem Bürger gehören; dies wurde von den Bürgern durch eine gewaltsame Revolution durchgesetzt. Die Gemeinde muss auf Weisung des Bürgeramtes eine Bürgerwehr organisieren.
1849 am 3.7. sollte Gabriel Dirr wegen angeblich führender Beteiligung an der Badischen Revolution von den Preußen auf einer Wiese bei Riegel standrechtlich erschossen werden - in letzter Minute begnadigt.
1866 im deutsch - österreichischen Krieg musste Wyhl 26 Mann und 4000 Gulden als Krieglastenbeitrag zahlen.
1870 - 1871 Wyhl stellt 27 Mann und 4000 Gulden für den deutsch - französischen Krieg.
1875 Die Industrie hält ihren Einzug. Der Strukturwandel beginnt. Die Firma Heppe pachtet das Gemeindehaus zur Herstellung von Zigarren.
1886 werden das Schwesternheim mit Altenheim und Krankenverein gegründet (Pfarrer Kollefrath).
1888 erfolgte die Gründung des Darlehenskassenvereins Wyhl.
1900 richtete die Gemeinde eine Krankenkasse für Taglöhner ein. Die Kinderschule wird eröffnet.
1905 erster einheitlicher Ortsbebauungsplan.
1912 - 1913 Schulhausneubau mit Zentralheizung und elektrischem Licht.
1914 - 1918 der erste Weltkrieg fordert 69 Tote und Vermisste.
1924 die landwirtschaftliche Ein- und Verkaufsgenossenschaft wird durch Bürgermeister Dickele gegründet.
1939 -1945 der 2. Weltkrieg fordert 140 Tote und 51 Vermisste. 27% der Wohnhäuser wurden total zerstört.
1945 - 1950 Wiederaufbau der Wohnhäuser unter schwierigsten Verhältnissen.
1957 - 1958 wurde die Turnhalle mit Sportanlagen erbaut.
1960 - 1961 Bau eines Hochwasserdammes am Rhein als Folge der Schlingenlösung.
1960 - 1965 die zentrale Wasserleitung und die Kanalisation wird gebaut.
1965 eine Dorfhelferinnenstation wird eingerichtet.
1964 - 1967 eine neue Schule wird gebaut. Wyhl wird Mittelpunktschule.
1968 (09.06. und 30.06.68) Bürgermeisterwahl. Wolfgang Zimmer, Dipl. Verwaltungswirt und Stadtinspektor aus Emdg., wird Bürgermeister und tritt sein Amt am 12.08.68 an. (01.07.) Amtszeit des Bürgermeisters Martin Strudel geht zu Ende. Am 15.03.69 stirbt Martin Strudel. (Juli) Bei einem Behördentermin wird nach langen Verhandlungen am „hohen Stein“ ein geeigneter Standort für die Aussiedlerhöfe gefunden. Schulverband mit Sasbach. Ab 1975 gilt dieser Schulverband auch für Jechtingen und Leiselheim.
1969 Anstelle des „Bott´s“ tritt das amtliche Mitteilungsblatt. Ausbau der Turnhallenstraße mit Bau von Parkplätzen bei der Turnhalle. Am 04.10. wird das neu renovierte Rathaus eingeweiht. (15.12.) Die Gemeinde verkauft an die Oberfinanzdirektion Freiburg 27,5 ha zur Errichtung einer Fernmeldemeß - und Prüfstelle.
1970 (im Januar) Bürgermeister Zimmer lädt die Nachbargemeinden Jechtingen, Sabach, Ober- und Niederhausen und Weisweil zu einer Tagung in das ev. Gemeindehaus nach Weisweil ein. Ziel: Bildung eines gemeins. Verwaltungsverbandes. Es wurde keine gemeinsame Lösung gefunden.
1971 alle Ortsstraßen sind ausgebaut. - der Bau einer Leichenhalle wird begonnen. Bebauung von Zwei-Gärten I. Der erste Kinderspielplatz auf der Steingrube wird angelegt.
1971/72/74/78 erringt Wyhl beim Dorfverschönerungswettbewerb auf Kreisebene einen 1. Preis.
1972 Wyhl bekommt einen 2. Arzt.
1972 - 1973 der barocke Prälatensaal aus dem Jahr 1729 wird renoviert.Anbau an das Lehrerwohnhaus (3 Wohnungen).
1973

Bebauung Wyhlertalgrube.

Jeder Haushalt ist laut Satzung an der Müllabfuhr angeschlossen.

Die Schwesternstation wird aufgehoben.

(07.05.) In einer öffentlichen Versammlung wird das beschleunigte Zusammenlegungsverfahren angeordnet (Flurbereinigung).

(06.07.) Die Leichenhalle wird eingeweiht. Ein viel bewundertes Schmuckstück.

(09.07.) Der Gemeinderat wird von der KWS über den geplanten Bau eines KKW in Wyhl unterrichtet. 2 Blöcke sind mit je 1300 Megawatt geplant. Standort wäre der Rhein zwischen km 245,5 und 246,2, der vom Baugrund und den anderen Voraussetzungen her beste Standort Süddeutschlands nach Breisach.

(18.07.) Der Gemeinderat stimmt dem Verkauf der Fläche zu, unter der Bedingung, dass die Genehmigung nach § 7 des Atomgesetzes erteilt wird und keine Schäden für Mensch, Tier, Fauna und Flora entstehen.

(19.07.) Im Rundfunk wird Wyhl als Standort eines KKW´s bekanntgegeben.

(22.07.) Erste Kundgebung der KKW - Gegner nach dem Hauptgottesdienst in Wyhl.

(23.07.) Bürgerversammlung in der Turnhalle.

1974

Wyhl bekommt eine Apotheke.

(19.05. - 18.06.) öffentliche Auslegung der Antragsunterlagen und sämtlicher Gutachten KKW im Bürgermeisteramt in Wyhl. 8 Gemeinden, 53 Vereinigungen und 330 Einsprecher erheben Einwendungen. 89430 Unterschriften werden vorgelegt.

(Juni) Wyhl als Gemeinde und Teilverwaltungsraum, tritt dem Verwaltungs-verband nördl. Kaiserstuhl bei.

(09.07. und 10.07). Erörterungstermin in der Turnhalle in Wyhl. Anwesend sind Vertreter der Regierung, die KWG, die Gemeinde und die KKW – Gegner; es kommt zu tumultartigen Szenen. Aus Protest verlassen die meisten Gegner den Saal. Viele Beschimpfungen und Drohungen werden ausgesprochen. KKW - Gegner tragen mit drohender Haltung Bürgermeister Zimmer einen Sarg vor das Haus.

(28.08.) Sternmarsch von 3000 Demonstranten zum vorgesehenen Baugelände. Gründung eines „Internationalen Komitees“ der 21 badisch-elsässischen Bürgerinitiativen.

(12.09.) Bürgermeister Zimmer kündigt einen Bürgerentscheid über den vorgesehenen Geländeverkauf an.

1975

(10.01.) Bürgerversammlung in der Turnhalle. Minister Ebert begründet die wirtschaftliche Notwendigkeit des KKW Wyhl. Eine hitzige Diskussion schließt sich an. Bisherige persönliche Meinungen ändern sich.

(12.01.) Die Bevölkerung stimmt über die Frage ab: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Wyhl – sei es durch Verkauf oder in einer anderen Rechtsform – ein gemeindeeigenes Grundstück mit einer Größe von ca. 40 ha zum Bau eines KKW´s in der ersten Ausbaustufe zur Verfügung stellt?“

Wahlbeteiligung: 82,03%

883 Ja-Stimmen = 55 %
692 Nein-Stimmen = 43,2 %
30 ungültige Stimmen = 1,8 %

  (17.02.) Um 7.30 Uhr Beginn der Arbeiten auf dem Gelände (Rodungsarbeiten). Gegen 12.00 Uhr Arbeitseinstellung wegen Demonstration und Belästigung. Besetzung des Baugeländes.

(19.02.) Neue Arbeitsversuche gegen 11.00 und 14.00 Uhr. Die Polizei räumt unter Einsatz von Wasserwerfern das Gelände.

(23.02.) Großkundgebung mit Demonstrationszügen zum Baugelände 8000 - 10000 Personen versammeln sich und besetzen trotz Polizeischutz wiederrechtlich das Baugelände.

(24.02.) Die Demonstranten richten sich ein und bauen Straßensperren. Sie schlagen Holz, errichten auf der Mitte des Platzes eine Blockhütte, das sogenannte Freundschaftshaus, in der sie mit Bürgergabholz ein Feuer machten, drum herumsaßen, Lieder sangen, sich von den Kaiserstühlern bewirten ließen, übernachteten usw. Auch finden Vorträge und Versammlungen darin statt. Daraus wird die „Volkshochschule Wyhler Wald“

(27.02.) Landtagssitzung in Stuttgart. Die Regierung hält am Standort Wyhl fest. Sie stimmt dem Aussetzen der Arbeiten bis zum Entscheid des Verwaltungsgerichtes aber zu.

(08.04.) Die „Offenburger Vereinbarung“ wird nun doch angenommen. Im August werden Meteorologische Mess-Stationen errichtet.

(31.10.) Ablauf des in Offenburg vereinbarten Baustopps - Demonstration auf der Natorampe, ca. 5000 Personen nehmen daran teil.

1975

Es passiert aber auch anderes im Jahr 1975:

3 Aussiedlerhöfe werden am „hohen Stein“ errichtet.

Die Gemeinde kauft das „Heiligenwörth“ wieder zum selben Preis zurück.

Bebauung „Zwei Gärten“ II

Auf Martini (11.11.) erfolgt die Zuteilung an die neuen Besitzer (Flurbereinigung).

Bau der Kläranlage im „unteren Hänger“, die Kosten belaufen sich auf ca. 11 Mio. DM einschl. der Sammelkanäle.

Die Gemeinde feiert ihr 800-jähriges Bestehen und der neue Dorfbrunnen wird eingeweiht.

1976 Wird zum Jahr der Vereine erklärt; eine Vereinsgemeinschaft gegründet mit dem Ziel durch Abhaltung von Gassenfesten einen Grundstock für ein Gemeinschaftshaus zu erarbeiten.
1977 (27.01.-08.02.) Eröffnung der Beweisaufnahme im Hauptverfahren in Sachen KKW-Wyhl durch das Verwaltungsgericht Freiburg, in Herbolzheim. 47 Gutachter tragen das Ergebnis ihrer Forschungen vor.

(14.03.) das Verwaltungsgericht entscheidet, dass vorerst das KKW-Wyhl nicht gebaut werden dürfe, da ein Berstschutz fehle. Erstellung und Einweihung des neuen Sportzentrums. Der vom Gemeinderat beschlossene Dorfentwicklungsplan ist erstellt.

(26.10.) Die KWS legt Berufung beim Verwaltungsgericht in Mannheim ein. Bau des Oberflächenwasserkanals „Reckholder – Hänger“.
1978 Einweihung des neu erbauten Feuerwehrgerätehauses mit Übergabe des neuen Löschfahrzeuges LF16 an die Feuerwehr.
1979

(20.06.) Der Berufungsprozess in Mannheim beginnt.

Wyhl bekommt einen 2. Zahnarzt.

Erschließung „Leiselheimer Kreuz - Hans Peter Acker“.

Zweiter Spielplatz im Baugebiet „Zwei Gärten“ wird nach Ideen der Schüler angelegt. Eine internationale Jugendgruppe half beim Bau.

1980 das Dachgeschoss im Rathaus wird ausgebaut. Die Gemeinde erstellt einen Bebauungsplan für einen Teil des Gewannes „Kuhweide“ für Anlagen des Vereins der Hundefreunde, Sportschützenverein und Kleintierzuchtverein.
1982

Die Kläranlage wird in Betrieb genommen. Angeschlossen sind die Gemeinden Wyhl, Königschaffhausen, Kiechlinsbergen und Amoltern.

Bei Erschließungsarbeiten im Gewann „Leiselheimer Kreuz“ werden ca. 20 Gräber mit Skeletten und Grabbeigaben freigelegt. Die Gräber werden von Wissenschaftlern um 400 n.chr. datiert. Damit wird erstmals in der Oberrheinebene eine Alemannensiedlung aus solch früher Zeit nachgewiesen.

1983

Ministerpräsident Späth verkündet: Der Bau des KKW´s ist vorläufig auf Eis gelegt.

3 Maskenköpfe im Kirchturm werden neu entdeckt, ursprünglich waren 4 Köpfe nach außen gerichtet. Bei der Erhöhung des Turmes vor ungefähr 300 Jahren wurden sie nach innen gedreht. Ein Kopf wurde durch Beschuss 1945 zerstört.

Das ehemalige Gasthaus „Zur Linde“ wird zur Raiffeisenbank umgebaut.

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